Der Innenraum von Notre-Dame de Paris: der Rundgang nach der Restaurierung

Wiedergewonnener heller Stein, Rosetten aus dem 13. Jahrhundert, eine große Orgel mit 8 000 Pfeifen, die Dornenkrone: Das erwartet Sie im Inneren — und in dieser Reihenfolge entdecken Sie es. Eintritt kostenlos.

Eintritt kostenlos45 – 60 Min. BesuchszeitFotos ohne Blitz erlaubt
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Diese Website ist ein unabhängiger Reiseführer. Sie ist nicht die offizielle Website der Kathedrale Notre-Dame de Paris und weder mit dem Erzbistum Paris noch mit dem Centre des monuments nationaux verbunden. Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenlos; die offizielle Reservierung der Zeitfenster erfolgt auf notredamedeparis.fr.

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Der Brand von 2019 hatte ein unfreiwilliges Verdienst: Die Restaurierung hat dem Innenraum von Notre-Dame eine Helligkeit zurückgegeben, die kein lebender Besucher je gekannt hat. Der gereinigte Stein leuchtet wieder hell, die 42 000 m² Wände und Gewölbe wurden entstaubt, und die Kapellen erhielten ihre gemalten Dekore aus dem 19. Jahrhundert zurück. Hier der Rundgang, in der tatsächlichen Reihenfolge des Besuchs.

Zur Erinnerung: Alles Folgende besichtigen Sie kostenlos — nur die Schatzkammer (6 €) ist kostenpflichtig. Reservieren Sie auf der offiziellen Website ein kostenloses Zeitfenster, um die Schlange zu umgehen, oder wählen Sie eine Führung durch den Innenraum, wenn Sie die Zusammenhänge verstehen möchten.

Das Kirchenschiff: 127 Meter wiedergewonnene Gotik

Kaum haben Sie das Portal des Jüngsten Gerichts passiert, wirkt der Raum sofort: 127 m lang, 48 m breit, 33 m Gewölbehöhe, zehn Joche, gegliedert von Pfeilern, die die Restaurierung fast zum Leuchten gebracht hat. Blicken Sie hinauf zu den originalgetreu wiederaufgebauten Gewölben — massive Eiche und mittelalterliches Zimmermannshandwerk — und gehen Sie dann durch das rechte Seitenschiff weiter, in Laufrichtung des Rundgangs.

Gesamtansicht des Kirchenschiffs von Notre-Dame de Paris von den Emporen aus
Das Kirchenschiff von den Emporen aus: zehn Joche, Arkaden-Emporen und 33 Meter Gewölbehöhe.

Die drei Rosetten: der Höhepunkt gotischer Glasmalerei

Die Nord- und Südrosette (Querschiff, um 1250–1260) messen fast 13 Meter im Durchmesser; die Nordrosette bewahrt den Großteil ihrer originalen mittelalterlichen Gläser. Die ältere Westrosette (um 1225) ist hinter der großen Orgel zu erahnen. Licht-Tipp: Die Nordrosette ist zu jeder Stunde prachtvoll (gleichmäßiges Licht), die Südrosette flammt am späten Nachmittag auf. Die Fenster der oberen Kapellen mischen 13. Jahrhundert und Schöpfungen des 19. Jahrhunderts.

Die große Orgel: 8 000 Pfeifen, den Flammen entkommen

Die große Orgel — fast 8 000 Pfeifen, 115 Register, fünf Manuale, die größte Frankreichs — überstand den Brand, nicht aber den Bleistaub: Pfeife für Pfeife zerlegt, gereinigt und vier Jahre lang neu intoniert, erklingt sie seit Dezember 2024 wieder. Um sie zu hören: Sonntagsmessen und auf der offiziellen Website angekündigte Konzerte (siehe Öffnungszeiten).

Chor, Pietà und Croix de gloire

Im Chorscheitel hebt sich die Pietà von Nicolas Coustou (1723), in Erfüllung des Gelübdes Ludwigs XIII. in Auftrag gegeben, vor dem vergoldeten Glorienkreuz ab — eines der meistfotografierten Motive der restaurierten Kathedrale. Ringsum: das Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert, die Statuen Ludwigs XIII. und Ludwigs XIV. und die skulptierte Chorschranke aus dem 14. Jahrhundert mit ihren bemalten Szenen aus dem Leben Christi, minutiös restauriert.

Die Pietà von Nicolas Coustou und das Glorienkreuz im Chor von Notre-Dame
Der Chor: Pietà von Coustou, Glorienkreuz und die neue liturgische Bronzeausstattung von Guillaume Bardet.

Die Kapellen und die „Mays“

Die 29 restaurierten Seitenkapellen haben ihre gemalten Dekore zurückerhalten — darunter die Taufkapelle mit ihrem Sternenhimmel. Mehrere beherbergen die „Mays“ von Notre-Dame: großformatige Gemälde, die die Goldschmiedezunft im 17. Jahrhundert stiftete (Charles Le Brun, Laurent de La Hyre …), nach der Restaurierung wieder an ihrem Platz. Die neue liturgische Bronzeausstattung (Altar, Ambo, Kathedra) von Guillaume Bardet und das zeitgenössische Reliquiar der Dornenkrone von Sylvain Dubuisson lassen Gegenwartskunst und Gotik in Dialog treten.

Die Dornenkrone und die Schatzkammer

Die Dornenkrone, die meistverehrte Reliquie der Kathedrale — 2019 aus den Flammen gerettet —, wird Gläubigen und Besuchern jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr kostenlos gezeigt. Ansonsten geht es in die Schatzkammer (6 €, Sakristei von Viollet-le-Duc): Reliquiare, liturgische Goldschmiedekunst und Erinnerungsstücke an die großen Stunden der Kathedrale, von der Kaiserkrönung Napoleons bis zu den Papstbesuchen. Alle Preise hier.

Was Sie (noch) nicht sehen werden

  • Die archäologische Krypta unter dem Vorplatz ist eine eigene Sehenswürdigkeit (Museum der Stadt Paris, Eintritt kostenpflichtig) — empfohlen für Fans der antiken Geschichte von Lutetia.
  • Die Dächer und der Vierungsturm sind nicht zugänglich; die beste Aussicht bieten die Türme (16 €) oder die Seine-Ufer.
  • Einzelne Kapellen können vorübergehend geschlossen sein: Die letzten Arbeiten laufen im Wechsel noch bis 2026.

Den Innenraum richtig besichtigen: drei Tipps

  • Folgen Sie der Laufrichtung (rechtes Seitenschiff → Chorumgang → linkes Seitenschiff): Gegen den Strom schwimmen Sie gegen 30 000 Besucher pro Tag.
  • Fotos ohne Blitz und Stativ erlaubt — nehmen Sie Rücksicht auf die Gläubigen, besonders während der Gottesdienste.
  • Ein Audioguide (6 €) oder eine Führung Innenraum + Außenbereich (~35 €) macht aus dem Rundgang eine echte Lektüre des Monuments; rechnen Sie dann mit 1,5 – 2 Std.

Häufige Fragen

Kann man den Innenraum von Notre-Dame kostenlos besichtigen?

Ja: Kirchenschiff, Kapellen, Chor und Chorumgang sind frei und kostenlos zugänglich. Nur die Schatzkammer kostet Eintritt (6 €). Die kostenlose Zeitfenster-Reservierung erspart das Anstehen.

Was gibt es im Inneren von Notre-Dame zu sehen?

Die drei Rosetten aus dem 13. Jahrhundert, die große Orgel mit 8 000 Pfeifen, die Pietà von Coustou, das Glorienkreuz, die 29 restaurierten Kapellen mit den „Mays“-Gemälden, die mittelalterliche Chorschranke und die Schatzkammer.

Ist die Dornenkrone zu sehen?

Ja, jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr bei der Verehrung, kostenlos, in ihrem neuen, von Sylvain Dubuisson entworfenen Reliquiar.

Darf man in Notre-Dame fotografieren?

Ja, ohne Blitz und ohne Stativ, mit Rücksicht auf die Gottesdienste. Das beste Licht: Südrosette am späten Nachmittag, Chor am Morgen.

Wie lange dauert die Besichtigung des Innenraums?

45 Minuten bis 1 Stunde auf eigene Faust, 1,5 bis 2 Stunden mit Audioguide oder Führung, plus 20 – 30 Minuten für die Schatzkammer.

Ist der Innenraum barrierefrei zugänglich?

Ja, die Kathedrale ist ebenerdig und über den Haupteingang mit dem Rollstuhl zugänglich; nur die Türme (424 Stufen, ohne Aufzug) sind es nicht.

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